Das Verschwinden
Réda, Ende zwanzig, lebt im gehobenen Algier scheinbar ein privilegiertes Leben: Ein Job in der größten Erdölgesellschaft des Landes, geleitet von seinem eigenen Vater, eine arrangierte Verlobung, das Elternhaus als sicherer Hafen. Doch die Fassade trügt. Réda hat nie gelernt, seinem kalten, autoritären Vater zu widersprechen – anders als sein Bruder Fayçal, der offen rebelliert und die Familie irgendwann für immer verlässt. Zurück bleibt Réda, allein mit seiner stillen Verzweiflung und dem Wunsch, es allen recht zu machen. Je mehr er sich bemüht, desto weiter gerät er von seinem eigenen Leben ab. Als der Vater stirbt, beginnt für Réda ein Abstieg, der sich jeder rationalen Erklärung entzieht: Sein Spiegelbild beginnt zu verschwinden.
DAS VERSCHWINDEN basiert auf dem Roman L’Effacement, den der algerische Schriftsteller Samir Toumi 2016 im renommierten algerischen Verlag Barzakh veröffentlichte. Toumi, geboren 1968 in Bologhine bei Algier, ist studierter Ingenieur und Unternehmensberater und hatte zuvor mit dem vielbeachteten Alger, le cri (2013) debütiert. Für L’Effacement erhielt er 2017 den Literaturpreis der Association France-Algérie; der Roman wurde ins Italienische übersetzt („Lo specchio vuoto“, Mesogea 2018) und gilt in Algerien als einer der wichtigsten Romane der letzten zehn Jahre.